jüdische Geschichte in rexingen

Die ersten Juden lassen sich in Rexingen für das Jahr 1516 nachweisen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die erste Synagoge gebaut und 1837 durch eine neue große Synagoge ersetzt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde sie von SA und SS angezündet und im Innern zerstört. Nach der Auslöschung der jüdischen Gemeinde in der Nazizeit war die Nutzung des zerstörten Gebäudes nach 1945 zunächst unklar. 1952 überließ man es der neu entstandenen evangelischen Gemeinde, die es für ihre Zwecke umbaute. 1997 gründete sich aus der Bürgerschaft der Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen, um den Erhalt und die Restaurierung des Gebäudes sicherzustellen und die jüdische Geschichte des Dorfes zu erforschen und zu dokumentieren.

 Um 1850 erreichte die jüdische Gemeinde mit 427 Mitgliedern den höchsten Anteil ihrer Geschichte – das waren über 36 Prozent von insgesamt 1132 Bewohnern. In den Jahren 1919 bis 1932 verschlechterte sich die Wirtschaftslage auch in Rexingen. Einige jüdische Rexinger Familien wanderten nach Amerika und Palästina aus.
 
Nach 1933 plante eine größere Gruppe eine gemeinsame Flucht aus Deutschland nach Palästina. Am 6. Februar 1938 wurde in der Rexinger Synagoge in einem Festgottesdienst die erste Gruppe nach Palästina verabschiedet. Am 13. April 1938 konnte zwischen Akko und Nahariya die Siedlung Shavei Zion (Rückkehr nach Zion) von Rexinger und anderen Juden aus Deutschland gegründet werden. Im Sommer 1941 wurde die Auswanderung von Juden aus Nazideutschland generell verboten. Die Deportation von Rexinger Juden begann im November 1941.

 Der Friedhof ist mit mehr als 1000 Gräbern einer der größten jüdischen Friedhöfe in Baden-Württemberg. Er wurde 1760 mit der Erlaubnis der Ortsherrschaft, des Johanniter-Ordens, an einem Nordhang über dem Dorf angelegt und mit dem Anwachsen der Gemeinde mehrmals vergrößert. Man findet auf den Grabsteinen eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Symbolen, weit mehr als auf vielen anderen jüdischen Friedhöfen.

Auf dem Friedhof befindet sich ein Kriegerdenkmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das die jüdische Gemeinde 1920 errichten ließ. Daneben steht ein Ehrengrab für Fliegerleutnant Josef Zürndorfer, den einzigen jüdischen Offizier des Ortes.

1947 wurde auf Initiative des Riga-Überlebenden Harry Kahn aus Baisingen ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Judenverfolgung 1933 - 1945 errichtet.

Die letzte Beisetzung erfolgte 1961. Hermann Lemberger, der Schwiegervater des Journalisten, Schriftstellers und Zeitungsverlegers Josef Eberle, war 1939 nach Amerika ausgewandert und kehrte nach dem Krieg nach Süddeutschland zurück. Er starb in Rottweil und wollte in Rexingen begraben werden. Ein Gedicht von Josef Eberle zu Ehren seines Schwiegervaters ist beim Grab auf einer Tafel abgedruckt.

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