jüdische Geschichte in dettensee

Ihre Anfänge gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als Dettensee dem Schweizer Kloster Muri gehörte, das den Juden gegen sogenannte Schutzbriefe die Ansiedlung gestattete. 1764 lebten 23 jüdische Familien im Dorf, meist in sehr armen Verhältnissen. Im Jahr 1830 erreichte die Gemeinde mit 173 Mitgliedern ihre Höchstzahl. Sie verfügte über eine Synagoge (eingeweiht 1820), eine Mikwe, eine Schule mit eigenem Lehrer und von 1822 bis 1836 hatte sie einen eigenen Rabbiner, Max Hirsch. Dettensee gehörte damals zum Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen.

Um 1900 war durch die rapide zurückgegangene Zahl der Mitglieder kein jüdisches Gemeindeleben mehr möglich. 1913 lebten nur noch die Geschwister Luise und Hermann Hirsch in Dettensee. Versuche, die Synagoge einer anderen Nutzung zuzuführen, schlugen fehl. Sie wurde 1930 abgerissen. 1942 wurde Luise Hirsch als letzte Bewohnerin von Dettensee nach Theresienstadt deportiert und in Treblinka ermordet.

Der Friedhof liegt außerhalb östlich des Dorfes. Er wurde von 1830 bis 1934 genutzt. Eine Besonderheit war, dass die Geschlechter getrennt beerdigt wurden. Von den ursprünglich 218 Grabsteinen sind noch 157 erhalten, zum Teil nur als Bruchstücke. Der Friedhof wurde während der Nazizeit geschändet, die Grabsteine umgeworfen und zerbrochen und die Umfriedungsmauer stark beschädigt.

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