Als Gast des Berthold-Auerbach-Literaturkreises stellt am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 19:00 Uhr im Schloss Nordstetten Ursula Paepcke aus Berg /Pfalz die Neuedition des autobiographischen Romans ihrer Großmutter Lotte Paepcke vor. Diese wurde als Lotte Mayer 1910 in Freiburg als Tochter eines jüdischen Kaufmanns geboren. Sie besuchte das Gymnasium und studierte Jura. Wegen der Rassengesetze des NS-Staates konnte sie 1933 ihr Referendariat nicht antreten. Sie wurde zunehmend ausgegrenzt. Nur die „Privilegierte Mischehe“ mit dem Philologen Ernst Paepcke bewahrte sie und den gemeinsamen Sohn Peter vor der Deportation. Nach verschiedenen Stationen, Zwangsarbeit und Bombardierungen musste sie gegen Kriegsende untertauchen. In der Nachkriegszeit bekam sie zwei weitere Kinder und arbeitete in Karlsruhe der Familien- und Partnerberatung. Ihre Erlebnisse verarbeitete sie 1952 in diesem ersten Roman. Für ihr weiteres literarisches Schaffen wurde sie 1998 mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Die Enkelin Ursula Paepcke arbeitet als Informatikerin in der Logistik eines großen Drogerieunternehmens und widmet sich dem literarischen Erbe der im Jahr 2000 verstorbenen Großmutter.
Diese Buchvorstellung wird aus Landesmitteln der Arbeitsstelle für literarische Gedenkstätten in Marbach am Neckar und der Stadt Horb gefördert.
Sie ist die erste Veranstaltung einer Reihe mit Horber Beiträgen zum landesweiten Kooperationsprojekt „Mittendrin – Jüdisches Leben im Südwesten“ und findet in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg statt.