Gemeinsam mit dem Planungsbüro faktorgruen hat die Stadt Horb die Maßnahmensteckbriefe der Biotopverbundplanung der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach den Veranstaltungen in 2024 und 2025 war dies die Abschlussveranstaltung für die Öffentlichkeit. Die Biotopverbundplanung im Gesamten wird zum Jahresende finalisiert und dem Gemeinderat vorgelegt werden.
Die Abschlussveranstaltung startete auf dem Parkplatz des städtischen Bauhofs im Heiligenfeld. Oberbürgermeister Michael Keßler eröffnete den Abend mit der Begrüßung der Anwesenden. Er hob hervor, dass die Biotopverbundplanung für die Stadt Horb eine gute Grundlage für die weiteren Planung darstellt sowie dem Schutz der Natur in der Gesamtstadt dient. Die verantwortliche Planerin des Planungsbüros faktorgruen gab eine kurze Einführung in die Thematik und die Maßnahmenflächen der Exkursion.
Mit Kleinbussen wurden die Teilnehmenden zu verschiedenen Maßnahmenflächen in den Gemarkungen Bildechingen und Talheim gefahren.
Im offenen Gelände erklärten Mitarbeitende des Planungsbüros faktorgruen die in den Maßnahmensteckbriefen erarbeiteten Maßnahmen zur Pflege und Erhalt der einzelnen Flächen als Lebensräume für bestimmte Tierarten. An einer Station wurde die Pflege eines Magerrasen an einem Südhang erklärt, um den Lebensraum für selten gewordene Schmetterlinge zu sichern. An einer weiteren Station wurde das Ziel, das Habitat eines Feuersalamanders langfristig zu erhalten und zusätzlich einen Wanderkorridor zu entwickeln, vorgestellt. Hierzu wurden auch genaue Umsetzungen, wie zum Beispiel die punktuelle Erweiterung bzw. Vertiefung des Grabens oder der Zuschnitt der Gehölze am Standort zur Verhinderung einer Überwucherung sowie einzelne weitere Gehölzpflanzungen erklärt.
Außerdem wurden als weitere Stationen bereits vorhandene Flächen einer Streuobstwiese und eine bereits umgesetzte Blühbrache besucht. Letzteres ist eine Maßnahme zum Erhalt der abnehmenden Rebhuhn-Bestände in Baden-Württemberg. Die Biotopverbundbotschafterin im Landkreis Freudenstadt informierte über die Entwicklung und Pflege der Brachfläche im Rahmen des Rebhuhn-Projekts des Landschaftserhaltungsverbands (LEV). An den Maßnahmenstandorten wurden die aktuellen Beschaffenheiten erläutert und auf gebietsspezifische Fragen der Interessierten eingegangen. Zudem stellten die Biologen, die Zielarten der Biotopverbundplanung der einzelnen Standorte vor. In den trockenen Gebieten handelt es sich hierbei um Schlingnattern oder Zauneidechsen. In den Feuchtgebieten sowie an Gewässern wurden der Eisvogel, der Feuersalamander und der große Feuerfalter hervorgehoben. Im Bereich des mittleren Grünlandes, vor allem bei Magerwiesen wurden der Himmelblaue Bläuling und der Rundaugen-Mohrenfalter als Beispiele genannt. Bei den Streuobstflächen wurde ein besonderer Wert auf den Wendehals, eine gefährdete Vogelart gelegt. Die dargestellten Maßnahmen sichern vorhandene Biotope und bilden funktionsfähige Trittsteine bzw. Kernflächen für den Biotopverbund.
Nach der Besichtigung der Flächen im Gelände fanden sich die Teilnehmenden im Schulungsraum des Feuerwehrhauses in Talheim zusammen. In einer Abschlusspräsentation durch das Planungsbüro faktorgruen wurde über den aktuellen Projektstand informiert und der Maßnahmenplan für das Stadtgebiet Horb näher erklärt. Alle erarbeiteten Maßnahmensteckbriefe wurden vorgestellt und einige Abschlussfragen beantwortet.
Oberbürgermeister Keßler bedankte sich abschließend beim Planungsbüro faktorgruen für die gute Biotopverbundplanung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen sowie den Teilnehmenden, die an dieser interessanten Abschlussveranstaltung teilnahmen.