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Museen, Heimatgeschichte, Kunst
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Am Horber Mühlkanal befindet sich ein mächtiges Wasserrad. Um nebenan die Süddeutschen Marmorwerke mit Energie zu versorgen, wurde es im Jahr 1913 eingebaut. Mit der Wasserkraft wurden die großen Marmorblöcke in dünne Platten gesägt und weiter veredelt. Im ehemaligen Getrieberaum des Werks ist heute ein Museum rund um die vor- und frühindustrielle Nutzung des Neckarflusses eingerichtet.
Auch wenn das Wasserrad heute nicht mehr der Energiegewinnung dient, lässt sich an seinem Beispiel die Energieübertragung zur Zeit der Frühindustrialisierung nachvollziehen. Vom Uferweg zwischen Neckar und Mühlkanal aus lohnt sich ein Blick auf das unterschlächtige Zuppinger-Rad. Es wurde 1849 von dem Schweizer Ingenieur Walter Zuppinger entwickelt.
Mit einem Durchmesser von 5,20 Metern und einer Breite von 3,40 Metern zählt das Exemplar vom Horber Marmorwerk zu den größten Wasserrädern seiner Art in Süddeutschland. Technisch gilt es als Übergangsform vom klassischen Wasserrad zur modernen Wasserturbine. Über ein Stern- und ein Kegelradgetriebe wird die Wasserkraft auf die Transmission übertragen, die über einen großen Kupplungshebel in Gang gesetzt werden kann. Die Transmissionswelle durchquerte die alte Industriehalle auf ihrer ganzen Länge. Säge-, Schleif- und Poliermaschinen des Marmorwerks konnten die notwendige Antriebsenergie aufnehmen und nutzbar machen.
Einige Exponate erinnern an die Flößerei auf dem Mühlkanal, denn noch bis 1899 wurden durch Horb am Neckar große Holzstämme, zu sogenannten Gestören zusammengebunden, aus dem Schwarzwald an den unteren Neckar geflößt. Originale Flößerhaken und das Modell eines typischen Neckarfloßes sind zu sehen. Beeindruckend ist die Bindetechnik beim Floßbau. Sie erfolgte mit Wieden, eingeweichten jungen Fichtenstämmen, die zu Seilen gedreht wurden.
Schautafeln erinnern an die mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Horber Mühlentradition. Insgesamt 17 Mühlen klapperten einst entlang des Neckars und des Mühlkanals. Neben den städtischen Getreidemühlen gab es die Walk-, Reib- und Bleumühlen der Tuchmacher und Weber, die Lohmühlen der Gerber sowie Schleif-, Säge-, Öl- und Gipsmühlen.