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Stadtnachricht

30 Jahre Friedens- und Hoffnungsbaum bei der Kaserne


Die Corona-Pandemie ist seit einem Jahr allgegenwärtig. Sie hat unser gewohntes Leben auf den Kopf gestellt und hält uns vor Augen, dass wir Menschen nicht allmächtig sind und auch nicht alles kontrollieren können. Genau 30 Jahre ist es her, als ein weiteres einschneidendes Ereignis unser Selbstverständnis von einem friedlichen Leben erschüttert hat. Die Auswirkungen des Golfkriegs waren auch in Deutschland spürbar. Damals schon waren so manche Regale in den Supermärkten leergekauft. Eine weitere Parallele – auch damals fiel die Fasnacht aus. Vier Tage nach Ende des Krieges, am 4. März 1991, pflanzten Kinder des evangelischen Johannes-Kindergartens mit ihren Eltern und Erzieherinnen hinter der Kaserne, zwischen Wasserturm und der Hangkante zum Neckartal, eine rotblühende Kastanie. Seither steht dieser „Friedens- und Hoffnungsbaum“ zusammen mit einer an einem Fels angebrachten Gedenktafel auf dem Horber Galgenfeld, einem geschichtsträchtigen Ort, an dem auch schon der Horber „Galgen“ seinen Platz hatte.

Gemeinsames Gedenken nach 30 Jahren
Auf den Tag genau 30 Jahre später, am 4. März 2021, trafen sich – coronabedingt in kleinem Rahmen – Bürgermeister Ralph Zimmermann, Pfarrer Michael Keller, Heinrich Raible und Kindergartenleiterin Gabriela Vogt an gleicher Stelle. Bürgermeister Zimmermann und Pfarrer Keller dankten Heinrich Raible dafür, dass er vor einiger Zeit bei der evangelischen Kirchengemeinde als Trägerin des Johanneskindergartens und der Stadtverwaltung mit dem Wunsch aufgeschlagen war, an dieses Jubiläum zu erinnern.

Bei der Baumpflanzung schon dabei war Gabriela Vogt, damals als Elternbeiratsvorsitzende. Sie erinnert sich daran, warum es so wichtig war, ein solches Zeichen zu setzen: „Wir mussten das mit den Kindern aufarbeiten, wir wollten ihnen ihre Ängste nehmen und ein Zeichen setzen, dass es jetzt vorbei ist und wieder alles gut wird.“
Pfarrer Michael Keller verdeutlichte, dass „Friede“ ein zentraler Begriff der Bibel sei, der sich vom Anfang bis zum Ende des Buches durchziehe. Gleichzeitig erinnerte er aber auch daran, dass Frieden nicht automatisch da sei, er müsse eingeübt werden. „Friede gibt es nur, wenn niemand ausgegrenzt wird, wenn nicht die eine Gruppe gegen eine andere Gruppe ausgespielt wird oder eine Minderheit gegen eine andere Mehrheit oder ein einzelner gegen den anderen gegenüber“, betonte Keller.
Sich zu erinnern und vor Augen zu halten, was war, ist auch für Bürgermeister Ralph Zimmermann unabdingbar. Er stellte fest, dass der „Friedens- und Hoffnungsbaum“ es nicht leicht habe, wachse er doch auf felsigem Untergrund. Deshalb müsse er sich ganz besonders anstrengen. „Es ist schon fast eine göttliche Fügung, dass der Baum genau hier an diesem Standort steht. So wie der Baum sich beim Wachstum abmühen muss, müssen auch wir Menschen dranbleiben und uns immer wieder aktiv für Frieden und Toleranz einsetzen“, so der Bürgermeister.
Das gemeinsame Gedenken endete mit einem Gebet.

Friedensbaum_Gemeinsames Gedenken nach 30 Jahren
Pfarrer Michael Keller, Heinrich Raible, Kindergartenleiterin Gabriela Vogt und Bürgermeister Ralph Zimmermann (v. li.).

FriedensbaumBeschilderung
Die Gedenktafel vor dem Baum.
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