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Stadtnachricht

Vom Leben in Horb a. N.


Über eine kurze Zeitspanne von knapp 80 Jahren entfaltete sich in Horb a. N. eine vielfältige jüdische Kultur. Die aus den umliegenden Dörfern zugezogenen jüdischen Familien belebten Handel, Gewerbe und das kulturelle Leben in der Stadt. Sie integrierten sich in das Gemeinwesen der Oberamtsstadt, behielten aber ihre eigenen jüdischen Traditionen. Davon zeugen heute noch ein Betsaal und der jüdische Friedhof. 1913 wurde der Sitz des Rabbinats des Schwarzwaldkreises von Mühringen nach Horb a. N. verlegt. Der geplante Bau einer Synagoge musste nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aufgegeben werden. Die jüdische Gemeinde wurde in der Shoa vollständig vernichtet.
In langjähriger Recherche im Stadtarchiv Horb a. N. hat eine Arbeitsgruppe reiches Material zusammengetragen. Aus Gemeindeprotokollen, Kaufbüchern, Inventuren und Teilungen, Steuerkatastern u. a. konnten unzählige Informationen gewonnen und in einer Datenbank gesammelt werden. Auch wurden 40 Horber*innen interviewt, die sich noch an die einst hier lebende jüdische Bevölkerung erinnerten. Aus all den vielen Informationen ließen sich Biographien formen. Daraus sind in einem lebendigen Prozess die Beiträge für das vor kurzem erschienene Buch über die Horber Juden erschienen. „Vom Leben in Horb a. N. - Die jüdische Gemeinde und ihr Friedhof“ heißt der Titel dieses umfassenden Werkes, zugleich Band 3 in der Buchreihe „Die jüdischen Friedhöfe der Stadt Horb“. Herausgeber sind das Stadtarchiv Horb a. N. und der Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen.

Wie ist man in Horb a. N. damals und auch in den nachfolgenden Jahrzehnten damit umgegangen, dass ehemalige Mitbürger ausgegrenzt und eines Tages fortgebracht wurden? Wie war das Verhältnis zu den jüdischen Nachbarn? Die Erwachsenen achteten auf Abstand, so hörte man aus den Interviews heraus; die Kinder betraten schon eher mal ein jüdisches Haus. Eine Horberin konnte noch erzählen, was es für ein unheimliches Gefühl war, als ihre Nebensitzerin im Jahre 1936 vom Schulleiter mitgeteilt bekam, sie dürfe fortan nicht mehr die Schule besuchen.
Viele Autoren und Autorinnen waren an diesem Projekt beteiligt, verschiedene Sichtweisen und Fragestellungen konnten dadurch einfließen. In zahlreichen Beiträgen wurde das jüdische Leben in Horb a. N. beleuchtet, ob es nun um das schulische Leben ging oder um die Frage, ob jüdische Bauherren in Horb a. N. einst einen eigenen Baustil entwickelt hatten. Das Miteinander von Christen und Juden in Horb a. N. wird ebenso thematisiert wie die Rolle der Juden im Ersten Weltkrieg.

Der Band ist für 30 Euro bei allen Buchhandlungen sowie im Stadtarchiv Horb a. N. (Bestellung per E-Mail: archiv@horb.de) erhältlich:
Vom Leben in Horb a. N.
Vom Leben in Horb a. N. - Die Geschichte der jüdischen Gemeinde und die Dokumentation ihres Friedhofs.
Herausgegeben vom Stadtarchiv Horb a. N. und vom Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen, Horb 2019 (ISBN 978-3-95505-118-1).
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Redakteur / Urheber
Stadtarchiv

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